Foyer

Die Welt ist keine Scheibe. Ebenso ist das Auge kein unbestechliches Weitwinkelobjektiv, denn lediglich im eigenen Horizont erschließt ein jeder seine Welt nur für sich. Und über diese Grenze rette sich, was in der Literatur nur mit philosophischen Mitteln gut werden kann - allgemein gut werden kann - also Allgemeingut ist. Das Werk denkt, was nachfolgender Leser lenkt. So liefert die Philosophie die Karte, in deren Topografie ich schreibe. Doch der Leser zieht seine Spur, geht ihr nach - vollzieht nach Maßstab, Gesichtskreis und seinem Geschmack. Erst auf diese Weise wird Literatur universell. Geschmack? Aber ja! Gute Prosa setzt voraus, dass man ein anspruchsvolles Sechs-Gänge-Menü liefert, welches dem Leser schmeckt; er fordert genießende Zeit.

Ingo Treuner September 2016


Vita

Jahrgang 1941. Technisches Studium.
Liebt Philosophie, schätzt Bergtouren und
mag Schach. Schreibt gern und
transportiert damit Leben ins Leben>br< zurück.
War Projektmanager internationaler
Bauvorhaben.
Geber von Seminaren und Workshops.

Veröffentlichungen

Fachschriften zur «Kybernetik thermodynamischer Prozesse» 1984 bis 1991 Kurzgeschichte mit Preis (Literaturwettbewerb Böblingen) 2004
Debütroman «Venus geht durch die Jungfrau» R.G. Fischer, Frankfurt 2004
Teilnehmer «Collektion deutscher Erzähler» Band 5 ebd. Frankfurt 2006
Erzählband «Schrittgestalten» Schardt, Oldenburg 2007
Teilnehmer FDA Anthologie «Körpernah» ebd. Oldenburg 2008
Historischer Roman «Von Achthundertacht bis Mitternacht» Goslarsche Zeitung 2009